Im Jahre 1450 legte der erste Gaffelbrief die Zusammensetzung des Aachener Rates fest, der sich in einen kleinen und großen Rat aufgliederte.

Dem kleinen Rat gehörten zwei Ratsherren aus jeder der elf Zünfte, zwei Bürgermeister, zwei Schöffenmeister, ein Kanzler, zwei Kurschöffen, zwei Werkmeister und neun Christoffel, wie die Gesandten aus den neun Grafschaften hießen, an.

 

Der lateinische Namen "comesstabulus" führte schon bald zum mundartlichen "Christoffel".

 

Der Christoffel beaufsichtigte die Bierbrauer und überwachte die Versteuerung des Bieres, gab die Torschlüssel zu seiner Grafschaft an die Torwächter aus. Bei ausbrechendem Bränden, bei Aufläufen und Zusammenrottungen scharte sich jede Grafschaft um ihren Christoffel.

 

Die wichtigste Obliegenheit des Christoffels bestand aber darin, dass er mit den beiden Bürgermeistern, den beiden Werkmeistern der Wollenambacht (das Werkmeistergericht der Tuchmacher-Zunft) und zwei Schöffen als Richter beim Churgericht bestellt war. Dieses hatte  über Verbal- und Realinjurien (Beleidigung, Körperverletzung) zu erkennen und konnte Strafen wie  Geldbußen und Verbannung aus der Stadt und dem Reiche von Aachen bis auf 100 Jahre und 1 Tag verhängen.

 

Text: Reinhard Mäurer